Während das Bundesamt für Verfassungsschutz seine nahezu dreißigjährige Überwachung von Scientology beendet, ohne die Gefahr belegt zu haben, deren Existenz es lange behauptet hatte, sprechen Scientologen in Deutschland nun öffentlich über die menschlichen Folgen dieser Kampagne.
Über Jahrzehnte wurden Scientologen in Deutschland als mutmaßliche Feinde der Demokratie dargestellt, obwohl es keine terroristischen Handlungen, gewalttätigen Verschwörungen oder kriminellen Kampagnen im Zusammenhang mit der Scientology-Kirche gab.
Doch während sich die Vorwürfe nie bestätigten, war der Schaden für unschuldige Menschen real.
Journalisten verloren ihre Karrieren.
Gewählte Amtsträger sahen sich öffentlicher Vernichtung ausgesetzt.
Familien wurden ausgegrenzt.
Eltern und Kinder ertrugen Einschüchterung und Demütigung wegen ihrer Religion.
Der ehemalige Politikreporter Hans Bschorr beschreibt, wie er seine berufliche Stellung und seine Lebensgrundlage verlor, nachdem Gerüchte über seinen Scientology-Glauben verbreitet worden waren.
Der ehemalige Kommunalpolitiker Thomas Röder berichtet von unerbittlichen öffentlichen Angriffen, gezielten Kampagnen der Medien und sogar Todesdrohungen gegen seine Familie, weil er Scientologe war.
Billie Wegmann beschreibt eine zunehmende Feindseligkeit an der Schule ihres Kindes, die in körperliche Aggression und Drohungen gipfelte, sie durch die Polizei entfernen zu lassen, nachdem Eltern erfahren hatten, dass sie mit Scientology verbunden war.
Diese Geschichten sind keine Einzelfälle.
Sie sind Teil dessen, was Scientologen als ein jahrzehntelanges Klima institutionalisierter Diskriminierung bezeichnen, genährt durch staatlichen Verdacht, sogenannte „Sektenfilter“ und öffentliche Kampagnen, die Scientologen als gefährlich darstellten, obwohl weiterhin keine Beweise vorliegen, die diese Behauptungen stützen.
Nun, nach nahezu dreißig Jahren, endet die Überwachung selbst, ohne dass die deutsche Regierung die Gefahr bewiesen hätte, mit der sie die Kampagne rechtfertigte.
Für viele Scientologen bestätigt dieses Ergebnis das, womit sie die ganze Zeit gelebt haben:
Der wirkliche Schaden bestand nie in dem, was die Regierung gefunden hat.
Er bestand in dem, was Menschen angetan wurde.