Nach 30 Jahren des Scheiterns weigert sich Deutschlands BfV noch immer, einzuräumen, dass Scientologen nie die Gefahr waren, als die es sie darstellte

Deutschlands Bundesamt für Verfassungsschutz hat nun nach fast dreißig Jahren die bundesweite Überwachung von Scientology beendet, ohne die extremistische Gefahr festgestellt zu haben, mit der es diese Kampagne wiederholt gerechtfertigt hatte.

Doch selbst jetzt, nach Jahrzehnten von Ermittlungen, nachrichtendienstlichen Operationen und außerordentlicher Überprüfung, weigert sich das BfV weiterhin, die offenkundige Schlussfolgerung öffentlich anzuerkennen:

Die Vorwürfe haben sich nie bewahrheitet, weil sie von Anfang an falsch waren.

Nicht eine terroristische Tat.

Nicht eine gewalttätige Verschwörung.

Nicht ein extremistisches Netzwerk.

Nicht eine Kampagne gegen die demokratische Ordnung Deutschlands.

Und dennoch versucht das BfV, den Verdacht aufrechtzuerhalten, statt sein Scheitern einzugestehen.

Dieser Widerspruch offenbart das wahre Wesen dessen, wozu diese Kampagne geworden ist.

Denn nach dreißig Jahren, ohne die Gefahr nachzuweisen, deren Existenz es behauptet hatte, würde eine Behörde, die tatsächlich von Beweisen geleitet wird, diese Realität klar und öffentlich anerkennen.

Stattdessen zieht sich das BfV stillschweigend zurück, während es weiterhin andeutet, Scientologen blieben verdächtig, trotzobwohl es nach Jahrzehnten ohne jedenkeinen Nachweis für extremistischer Aktivitäten gibt.

Für Scientologen in Deutschland ist diese Weigerung von großer Bedeutung.

Denn die Folgen dieser Anschuldigungen waren nie theoretisch.

Menschen verloren ihre berufliche Existenz.

Familien ertrugen Stigmatisierung.

Kinder waren Diskriminierung ausgesetzt.

Unternehmen und Fachleute wurden wegen ihrer Religion ausgeschlossen.

Und nun, nach all diesen Jahren, kann sich die Behörde, die für die Anheizung dieses Klimas verantwortlich war, noch immer nicht dazu durchringen, einzugestehen, dass die zentralen Vorwürfe unter dem Gewicht ihrer eigenen Leere zusammengebrochen sind.

Das ist nicht das Verhalten einer Institution, die Demokratie durch objektive Feststellungen schützt.

Es ist das Verhalten einer Institution, die versucht, sich selbst vor den Konsequenzen ihres eigenen Scheiterns zu schützen.